Die Projektklasse Dynamische Akustik/Interaktive Medien von Professor Jan St. Werner gestaltet ein Experiment: über den zur Jahresausstellung geöffneten Campus der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, in den Einzelateliers und an deren öffentlichen Orten verteilt sie Mikrofone und sendet die Signale über Überlandleitungen in eine zentrale Sammelstation. Dort wird gemischt.

Gefiltert, neu gekoppelt, untersucht, ausgewählt und geordnet, wird der Klang weiter über eine UKW Sendeanlage live ausgestrahlt. Die hierdurch geschaffene Architektur wird zum Akteur, wird zur akustischen Wolke. Feedback Architektur und Wiederholungsschleifen. So scheint es. In Wirklichkeit dokumentiert sich hier ein Augenblick, eine Begebenheit, die akuter nicht sein kann. Klänge werden aus dem Zufall gezogen und verschwinden. So das Konzept. Geblieben ist ein analoger Tonträger, ein schneller Abdruck, der seine Eigenständigkeit behauptet. Losgelöst seines Ursprungs wird er nie gesehen werden. Denn er behandelt die Themen Materie, Zeit und Raum genau so intensiv wie die Installation zur Jahresausstellung 2017.